Die älteste Siedlung Lanzarotes: Teguise

Teguise ist eine der ältesten Siedlungen auf Lanzarote und zugleich eine der ältesten Städte der Kanaren. Den Namen Teguise verdankt das Städtchen dem Gründer Maciot, der damit seiner Gattin „Teguise“ eine besondere Ehre erweisen wollte.

Bis 1852 war Teguise die Hauptstadt von Lanzarote. Um den Einwohnern einen besseren Schutz vor Piraten zu gewährleisten, wählte man nämlich eine Stadt, die mehr im Inneren der Insel gelegen ist.

Zusätzlich installierte man Beobachtungsposten im nahen Castillo de Santa Bárbara, damit die Bewohner rechtzeitig gewarnt werden konnten. Trotz dieser Vorkehrungen gelang es den Piraten jedoch bis Teguise vorzudringen, wo sie brandschatzend und plündernd durch die Straßen zogen. Die Blutgasse (Callejón de la Sangre) erinnert an zwei besonders schwere Überfälle.

Der Überfall im Jahre 1569 ging aufgrund von warnender Glockenschläge der Franziskaner allerdings glimpflicher aus. So konnten die Piraten in einer schmalen Gasse eingekesselt werden. 170 Piraten sollen dabei den Tod gefunden haben.

Vom zweiten Angriff im Jahre 1586 wurde die Bevölkerung allerdings überrascht. Die Piraten richteten dabei ein grausames Gemetzel unter der Bevölkerung an.

Die schlimmste Verwüstung erlitt die Stadt allerdings 32 Jahre später, als eine von Solimán und Xabán aufgewiegelte Seeräuberbande 900 Einwohner gefangen nahm und der Häuser sowie Äcker in Brand steckte.

Architektur

Teguise hat eine wunderschöne Architektur, die erst zum vollen Schein kommt, wenn sich nicht mehr die Scharen an Touristen durch die Gassen tummeln. Die Architektur weist viele Ähnlichkeiten zur andalusischen Architektur auf: Fenster, Türen und Balkone sind mit kunstvollen Schnitzereien versehen. Liebevoll gehegte Grünpflanzen schmücken die Innenhöfe.

Der Markt

Wer Trubel sucht, sollte sich sonntags zum Markt in Teguise begeben. Schon viele Kilometer vor der Stadt schleicht eine lange Schlange Mietautos vorwärts. Von allen Seiten ertönt das Geschrei der Standbesitzer, die lautstark Ihre Waren anbieten: „Look here, Look here!“ — Und tatsächlich, das Angebot ist internationaler als man denkt. Afrikaner, Engländer und Zigeuner preisen hier Ihre Waren an. Die Lanzaroteños sind hingegen in der Minderzahl.

Finden kann man auf dem Markt jede Menge unterschiedlicher Waren: Leder-, Holz-, Korbarbeiten, Keramik, Spielzeug, Musikinstrumente, Bilder, Schmuck und Uhren.

Aber Vorsicht: Viele Waren weisen eine mangelnde Qualität auf.